Deutscher Hospiztag

Würdevolles Totengedenken am Deutschen Hospiztag

„Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. … , welches man nur zu besonderen Stunden betrachtet…, dann geht eine dauernde Freude und Kraft von dem Vergangenen aus!“ Mit diesen Worten von Dietrich Bonhoeffer richtete sich Pfarrerin Gudrun Kühnemuth an die Menschen, die der im vergangenen Jahr Verstorbenen gedenken wollten. In ihrer Ansprache machte sie Mut, die Erinnerungen zu bewahren und lebendig zu halten, aber sich auch dem Leben ohne den geliebten Menschen zuzuwenden. 
Die ausgewählten Lieder – „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ und „Herr, wir bitten, komm und segne uns“ – passten gut zu dieser Botschaft. Begleitet wurden die Lieder vom Posaunenchor Eschwege, dessen Klänge weit ins Tal hallten und  eine besondere Atmosphäre zu diesem Anlass schufen.
Am Meißner versammelt hatten sich etwa 80 Menschen: viele Angehörige, die um einen geliebten Menschen trauern, und auch viele Ehrenamtliche der Hospizgruppen, die im vergangenen Jahr Menschen bis zu ihrem Tod begleitet und eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut haben.
Nach dem Segen von Frau Kühnemuth bot sich wieder ein buntes Bild. Farbige Luftballons, versehen mit Gedenksprüchen oder auch persönlichen Anmerkungen der Zu- und Angehörigen, wurden losgelassen und stiegen steil in den Himmel. Ein bewegender Moment, in dem jede/r seinen Gefühlen und Gedanken freien Raum lassen konnte.

Schon seit Jahren findet am 14. Oktober, dem Deutschen Hospiztag, eine solche Gedenkveranstaltung statt. Die fünf Hospizgruppen des Kreises und das Palliativteam laden die Zu- und Angehörigen dazu ein. Dieses Jahr war die Hospizgruppe Eschwege für die Organisation dieser Veranstaltung verantwortlich.