Für Hospizbegleiter wird ein neuer Ausbildungskurs angeboten

 

 

 

Wir beantworten die grundlegenden Fragen zu diesem Angebot.

 

 

 

Wer kann an dem Kurs teilnehmen?

 

Alle Personen, die sich für Fragen am Ende unseres Lebens interessieren. Der Tod gehört zum Leben und in dem Kurs setzen sich die Teilnehmer mit eigenen Erfahrungen bezüglich Tod und Trauer auseinander. Im geschützten Raum einer Gruppe entwickeln sie eine eigene Haltung zu dem Thema und lernen, Menschen am Lebensende - alten Menschen, Schwerstkranken - und deren Angehörigen zu begegnen. Die Ausbildung ist in einen Grund- und Vertiefungskurs unterteilt und enthält eine Praktikumsphase. Er wird im August 2019 beginnen und im März 2020 abgeschlossen sein.

 

 

 

Was machen Hospizbegleiter eigentlich genau?

 

Das Wichtigste ist: Hospizbegleiter schenken Zeit. Regelmäßig, meist einmal die Woche, besuchen sie die zu begleitenden Menschen und erspüren, was gebraucht wird: Gespräche, Vorlesen, Spazierengehen, Zuhören, Musik machen oder auch einfach nur Da-Sein. Die Menschen am Lebensende sollen am Leben noch teilhaben können, so gut es geht. Manchmal kommt es auch einfach darauf an auszuhalten, dass eine Situation nicht zu ändern ist. Pflegerische Tätigkeiten sind keine Aufgaben der Hospizbegleiter.

 

 

 

Wie werden Hospizbegleiter eingesetzt?

 

Die Koordinatorinnen der Hospizgruppe werden von Angehörigen oder Pflegeeinrichtungen um Hilfe gebeten. Sie machen einen Erstbesuch und überlegen dann, welche/r Ehrenamtliche/r zu diesem Menschen passen würde. Gemeinsam findet dann ein erster Besuch zum gegenseitigen Kennenlernen statt. Es kann vorkommen, dass keine gegenseitige Beziehung aufgebaut werden kann. Dann wird nach einer anderen Lösung gesucht.

 

 

 

Welche Hilfen bekommen die ehrenamtlichen Hospizbegleiter?

 

Zunächst mal stehen jederzeit die Koordinatorinnen im Hospizbüro zu einem Gespräch zur Verfügung, falls es Fragen oder Probleme geben sollte. Einmal im Monat finden Aktiven-Treffen statt, die dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Unterstützung dienen und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ehrenamtlichen stärken. Außerdem wird viermal im Jahr eine Supervision angeboten, die durch eine externe Supervisorin durchgeführt wird. Auch Vorträge und Fortbildungen zu verschiedenen Themenbereichen werden regelmäßig angeboten. Die jährlich stattfindende Weihnachtsfeier und der Sommerausflug sind als „Dankeschön“ an die Ehrenamtlichen zu verstehen.

 

 

 

 

Was bringt mir die Ausbildung persönlich?

 

In der Gruppe entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das es ermöglicht, sehr persönliche Fragen zu klären, denen man sich allein nicht gerne stellt. Wie gehe ich selbst mit Krankheit, Altern und Lebenseinschränkungen um? Was gibt mir im Leben Kraft, was macht mir Freude? Was würde ich mir von Menschen wünschen, die mich begleiten? Das Nachdenken und Sprechen über diese Themen und auch Sachinformationen über das Sterben, den Umgang mit der Trauer nehmen die eigene Angst und Unsicherheit.

 

 

 

Was sagen Hospizbegleiter über ihre Erfahrungen?

 

Die Hospizbegleiterin Ulrike Späth berichtet über ihre Erfahrungen: „Jede Begleitung verläuft unterschiedlich. Manchmal wird man sehr spät gerufen und kann keine persönliche Beziehung zu dem Begleitenden mehr aufbauen; manchmal begleitet man eine Person über mehrere Monate, erlebt noch vieles gemeinsam und es entsteht eine enge Beziehung. Es kann dabei zu belastenden Situationen kommen - die Konfrontation mit Leid, Trauer und Aussichtslosigkeit. Darum sind die entsprechende Vorbereitung durch eine qualitativ hochwertige Ausbildung und die Supervisionsbegleitung so wichtig.“

 

Auf der anderen Seite erlebe man so viel Positives und man bekomme so viel zurück, erzählt Späth weiter: „Wenn die zu begleitenden Menschen ihre Freude über den Besuch zeigen, wenn ein Sterbender sich beruhigt, weil man einfach da ist und vielleicht die Hand hält, weil beim Spaziergang noch mal Frühlingstage genossen werden können, Angehörige einfach mal zwischendurch Kraft tanken können.“

 

Zu erleben, wie unterschiedlich Menschen am Lebensende mit dieser schweren Situation umgehen, erfülle einen mit Hochachtung vor jedem einzelnen Schicksal und stelle eine Bereicherung dar.

 

 

 

Der Kurs

 

Der nächste Kurs beginnt am 12. August 2019 um 17.30 Uhr, im St. Vinzenz Altenzentrum Moritz-Werner Str. 12-14

 

Um Anmeldung wird gebeten unter der Rufnummer: 0 56 51/33 83 14.